Was wurde aus .. ?
Lehrerin Ulrike Arnold

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Ulrike Arnold, Düsseldorf, Künstlerin
Kunst- und Musiklehrerin von 1973 - 1989

Ulrike Arnold
1950geboren in Düsseldorf
1968 - 1971 Musik- und Kunststudium Lehramt
1973 - 1989 Unterrichtstätigkeit an der Wilhelm-Fabry-Realschule Hilden
1979 - 1986Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
seit 1980 Unterricht bei Professor Klaus Rinke
1986Abschluß der Meisterklasse
1988 Gewinnerin des "Eduard von der Heydt"-Förderpreises, Wuppertal
seit 1980




Reisen und Arbeiten auf fünf Kontinenten.
Viele Arbeiten sind in Privatbesitz und Sammlungen wie u.a "Sammlung Dennis Hopper".
U. Arnold ist wohnhaft in Düsseldorf und halbjährig in Flagstaff, Arizona
Website der Künstlerinulrikearnold.com




EARTH PAINT

"Ulrike Arnold ist Erd-Malerin. Ihr Atelier ist die freie, ungeschützte Natur, ihre Materialien sind Gestein, Sand und Erde."

"Wer sich den sinnlichen Gemälden von Ulrike Arnold nähert macht sich gleichzeitig vertraut mit der Vielschichtigkeit und dem Farbenreichtum unserer Erde. Denn U.A. malt an ausgesuchten Plätzen mit vor Ort abgegrabenen Erden, Mineralien und Steinen weltweit."
Engelbert Broich, Köln

"Im Augenblick des Malens schaffe ich aus mir heraus. Das fließt einfach. Ich arbeite ganz stark mit dem Unterbewußtsein. Wenn ich persönliche Probleme hätte oder Depressionen, könnte ich so nicht malen.
Singen ist mein zweites Element. Ich habe Gesang studiert, aber ich könnte nie vor Publikum auftreten. Für mich ist es eine Art Zwiesprache, wenn ich allein bin. Ich rede nicht mit mir selbst, ich singe".
aus einem Interwiew mit Sabine Schultes, Kölner Stadtanzeiger

Ulrike Arnold in Arizona

Ulrike Arnold erinnert sich:

Als ich 1973 an die Schule kam, war ich 22 Jahre jung, hatte gerade meine Referendarzeit beendet und sprang ins kalte Wasser, denn als unerfahrene Musik- und Kunstlehrerin zum Ersteinstieg eine Jungenrealschule zu haben, ist ja wohl ein Abenteuer.

Ulrike Arnold als Junglehrerin

Drei Kolleginnen waren da, u.a. Frau Danckwerts, Frau Sich, Frau Loh. Die Kollegen waren reizend. Herr Willhardt half immer aus dem Mantel, Herr Montag fütterte uns Damen in den Pausen mit Pralinen, um das "schwere Leben" zu verkraften. Herr Eckerth, unser politisch engagierte Direktor, sprühte vor Charme und war einfach beglückt, Frauen an seiner Schule zu haben; mein Kunstkollege Heinen ebenso. Die Kollegen Müller, Paegert und Gödde gaben auch immer wieder aufmunternde Ratschläge, wie mit den Knaben umzugehen sei.
So packten wir voller Dynamik alles gemeinsam an.

Schon nach einem Monat wurde ich vom Chef beauftragt, eine Klassenfahrt nach Helgoland zu begleiten.(März 1973 ?). Herr Stodt war erkrankt, Herr Urbschat sprang ein und leitete die Abschlussklasse. Als ich die Website der Ehemaligen sah, fiel mir sofort NN auf. Der war in dieser netten Klasse.
Die Jungs waren grad mal 4 Jahre jünger als ich. Wo sollte die Autorität herkommen ?
Aber die Jungs waren die tollsten Kavaliere.
Man wuchs mit den Aufgaben.

1987 liess ich mich für ein halbes Jahr beurlauben, um allein in die australische Wüste zu gehen. Zuvor hatte ich den Unterricht reduziert auf 14 Stunden (seid 1980) wegen Weiterbildung. Was keiner wusste: ich machte nebenher ein volles Kunstakademiestudium. Wobei "Freie Malerei" nicht so an Stundenplänen orientiert ist wie z.B. Kunstgeschichte oder Lehramt.

So hatte ich 1986 meine erste grosse Ausstellung mit Erdbildern im von der Heydt-Museum in Wuppertal. Danach entwickelten sich die Dinge. Erste Bilder wurden verkauft, sodass ich die halbjährige Beurlaubung zu beantragen wagte.
Wichtig für mich: vor Ort zu malen mit dem dortigen Material, daher musste ich einfach reisen u. zwar vollkommem allein. Suchte "magische Orte" fernab der Zivilisation auf, versuchte die Essenz eines Ortes in freien Formen einzufangen,vor allem aber durch das authentische Erdmaterial.
Die Wüstenerfahrung, Erlebnisse bei den Ureinwohnern, das Abenteuer des Alleinseins gab ich dann teils in den Kunstklassen weiter.

Ich erinnere mich, dass tobender Beifall kam, als ich berichtete, das kaum Wasser vorhanden war u. ich es natürlich zum trinken, dann zum vermalen...u. dann erst nur wenigst mich damit wusch.

Auf der folgenden Klassenfahrt nach Bergneustadt, ordnete ich an: bringt alte Kopfkissen mit, die wir mit Erde bemalen - Erde aus den Wäldern. Es kamen tolle Kreationen heraus - natürlich abstrakt.
1989 erfolgte dann die komplette Verabschiedung. Nach 16 Jahren ! Aber die Erinnerung bleibt mit vielen herrlichen Geschichten.

Stand: 12.03.2004
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