Der Meister himself


Lehrer Ernst Kunstmann

Realschul- und Gymnasiallehrer
Ernst Kunstmann

Am 4. März 1928 in Bockhorn/Oldeburg, als zweiter von drei Söhnen geboren. Nach der Volksschule ab Ostern 1938 Besuch des Gymnasium in Varel.

Ab Januar 1944 bis Februar 1945 mit der Klasse Einsatz als Flakhelfer bei der Marine.
Februar bis Juni 1945 Arbeitsdienst, militärischer Einsatz und englische Kriegsgefangenschaft.

Herbst 1945 - Herbst 1946 nochmals Schulbesuch und Reifeprüfung.
1946 - 1951 Studium an der Universität Köln (Germanistik, Anglistik mit Philosophie und Pädagogik, daneben einige Semester auch Geographie, Geschichte , Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft.)

Ab 1950 in Hilden wohnhaft.

1952 Staatsexamen in Deutsch sowie Realschullehrerprüfung in Deutsch und Englisch.
Frühjahr 1952 Heirat und Anstellung als Realschullehrer in Wuppertal-Elberfeld.

1953 - 1957 Realschullehrer in Wuppertal-Vohwinkel. Fortbildungskurse als Werklehrer.
1957 - 1967 Lehrer an der Wilhelm-Fabry-Realschule in Hilden
Sommer 1967 Versetzung an das Helmholtz-Gymnasium Hilden
Nach Zusatzstudium 1971 Staatsexamen in Englisch und Ernennung zum Studienrat

1953, 1956, 1957 und 1964 Geburt dreier Söhne und einer Tochter
Februar 1973 Ernennungen zum Oberstudienrat

Lange Jahre hindurch Einsatz für den Schüleraustausch mit England und vor allem den USA (Port Huron / Michigan und Cedarburg / Wisconsin)

Heiligabend 1972 Tod der Ehefrau
Sommer 1975 erneute Heirat
Herbst 1977 Geburt eines weiteren Sohnes
Sommer 1990 Versetzung in den Ruhestand

Hobbys:
Schon während des Krieges mehrere Segelfliegerprüfungen und flugtechnische Lehrgänge. nach dem Kriege zeitweilig im Vorstand des Hildener Segelfliegervereins Kesselsweier
Später mehre Jahrzehnte aktiv in der Seglergemeinschaft Hilden (Ehrenmitglied)

Mit Dank an Herrn Kunstmann für seine Lebensdaten

Eckart Häfker:
Meine Erinnerung an Lehrer Ernst Kunstmann:
(Englisch und Deutsch)

Obwohl Herr Kunstmann zu der "neuen" Lehrergeneration gehörte (er war damals der jüngste Lehrer an der Schule), änderte sich nicht viel für uns, weil der Stil von Herrn Kunstmann dem seines Schwiegervaters sehr ähnlich war.
Nur war Herr Kunstmann natürlich sehr viel aktiver. Das merkten wir, als er seine jährlichen Wanderungen machte, wobei die Klasse von Jugendherberge zu Jugendherberge wanderte, dabei Städte und Museen, Weinkeller, Asbach-Uralt, Höhlen, Schlösser, Burgen u.s.w. besichtigten. Öffentliche Verkehrsmittel wurden nur benutzt, wenn es nicht anders ging.

(c) Herwig Bretschneider Dabei bekam von uns vorher eine Aufgabe, das heisst, er musste nach der Wanderung über irgend ein Thema schreiben. Die Recherchen zu dem Thema musste er selbst während der Wanderung erarbeiten, z.B. musste man Weinbauern nach ihrer Arbeit befragen, Notizen machen und zu Hause Bücher wälzen.
Das war eine prima Vorarbeit zu dem damals noch so genannten "Jahresaufsatz" zum Ende unserer Schulzeit, der im Abschluss-Zeugnis extra bewertet wurde. was wir in dieser Zeit gelernt haben, können Bücher nicht annähernd vermitteln. Vor allen Dingen haben diese Wanderungen den Zusammenhalt und die Kameradschaft der Klasse enorm gefördert. Wir haben uns wirklich nie gestritten und stets geholfen, was heute ja völlig unglaubwürdig klingt. Wir haben sogar Strafarbeiten für Klassenkameraden gemacht, obwohl wir wussten, wer der Übeltäter war, er wurde aber nicht verpetzt und man nahm das auf sich. Als Sühne gab es dann z.B. ein Milchshake in der "Palette".

Auch Herr Kunstmann verstand sich als Partner seiner Schüler und hat uns oft in den Lehrerkonferenzen verteidigt, denn wir waren ja schließlich auch nur "Pänz", die schon mal aus dem Ruder liefen. Herr Kunstmann "erbte" uns zudem genau in der Pubertät, was ja nichts einfacher macht, wie jeder bescheinigen kann, der eigene Kinder hat.

Ich bin immer noch froh, Herrn Kunstmann als Klassenlehrer gehabt zu haben. Er hat bei mir einige Wogen geglättet. Danke.

Foto aus dem Archiv von Herwig Bretschneider

Stand: 07.06.2003

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