Der Meister himself


Lehrer Ernst-Albert Becker
Remscheid - Hilden - Remscheid

Realschullehrer und -leiter
Ernst-Albert Becker, Remscheid

Ernst-Alber Becker 2/2005 Die Älteren, viel Älteren unter uns werden sich noch an den Lehrer Ernst-Albert Becker erinnern, der von 1958 - 1967 als Fachlehrer für evangelische Religion, Geschichte, Deutsch und Mathematik in den Gründerjahren der Städt. Knabenrealschule Hilden amtierte.

Insbesondere die Entlassklasse 6b von 1963 hat an ihren Klassenlehrer lebhafte und gute Erinnerungen, da sie mit ihm auch Reisen gemacht und sich somit gut kennengelernt haben.

Er war auch ausgewählt, Entlassungsrede 1963 für die Schule zu halten.
Da sie ein Stück Zeitgeschichte ist und auch einen Blick auf seine Religiösität zuläßt, habe Sie auf diesen Seiten ebenso veröffenlicht.

Ihre gemeinsamen Erlebnisse können Sie gut auf besonderen Seiten verfolgen.

Damit nichts vergessen wird, will ich auch ein anderes Stück seiner Lebensgeschichte veröffentlichen.

Kurz vor seinem 85. Geburtstag 2005 durften Gerd Nowock aus seiner Klasse 1963 und ich ihn und seine Frau in Remscheid besuchen und von "neulich" plaudern.
In angeregter Athmosphäre kramten vier Menschen in ihren Langezeitgedächtnissen, schauten Fotos und hatten ein gutes Miteinander, das Freude gemacht hat.

Einige Lebensdaten von Ernst-Albert Becker (EAB)

Am 16.02.1920 geboren in Lennep, der alten Hauptstadt des Bergischen Landes.
1938 Abitur am RealGymnasium jetzt Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Remscheid
Ansschließend folgte umgehend der Pflichteinsatz im Reichsarbeitsdienst

Danach wurde das Lehrerstudium aufgenommen und nach wenigen Semestern für erfolgreich beendet erklärt.
Ein erster Einsatz führte den zwanzigjährigen Junglehrer im Jahre 1940 nach Strasburg an der Drewenz in Westpreußen; (heute Brodnice, Polen).
Von den 166 Schülern sprachen nur 2 Deutsch, er war einziger Lehrer und unterrichtete in 3 Schichten und abends kamen die Mütter der Kinder, um Deutsch zu lernen.
Diese ungewöhnliche Zeit als Lehrer wurde im Februar 1941 beendet durch die Einberufung zur Wehrmacht.
Er kam in die Nachrichteneinheit der Etzel-Kaserne in Köln-Junkersdorf und lernte dort das Kriegshandwerk als "Strippenzieher" wie er es nannte.
Danach begann seine Zeit als Soldat immer an den Kriegsschauplätzen im Osten, die er unbeschadet als Obergefreiter überlebte.

Ab November 1945 durfte er endlich wieder als Lehrer in seiner Heimatstadt arbeiten und zwar in der Volksschule Oskar-Grab-Straße.
Daneben rüstete er sich bis 1952 durch 6 Semester Weiterbildungskurse in Düsseldorf zu als Realschullehrer.
Am 24.12.1947 heiratet er in Remscheid die Lehrerin Charlotte Fuchs.
Mit drei Kindern wurde diese Ehe gesegnet. Die zwei Töchter haben ebenfalls den Lehrerberuf ergriffen. Wie war das doch mit dem Apfel und dem Stamm ?

Erste Dienstjahre an der Alexander-von-Humboldt Schule in Remscheid wurden 1958 abgelöst durch seine Zeit an der Städt. Knaben-Realschule Hilden, Gerresheimer Straße 74. Erst 1960 erhielt sie den heutigen Namen Wilhelm-Fabry-Realschule.

Damals war Heinrich an Huef Schulleiter und von ihm berichtet Herr Becker folgende kernige Aussage:
"Lehrerinnen können und wollen wir an dieser Schule nicht gebrauchen !"
(Meiner Erinnerung nach war Herr an Huef wohl kein Fachlehrer für Deutsch !)
Seine Erinnerungen an das Kollegium und die Arbeit an dieser neuen Schule sind sehr positiv.

In seiner Heimatstadt Remscheid nennt man EAB auch den "frommen Becker".
Er war von 1952 - 1983 Mitglied des Presbyteriums (Kirchenvorstand) seiner lutherisch geprägten Johannes-Kirchengemeinde und hatte weitere Wahlämter in der Kreis- und Landessynode. Kirchlich geprägt wurde er als Jugendlicher durch einen Vetter und die Schülerbibelkreisarbeit von Helmut Stachel.

1967 kehrte EAB zurück an die Alexander von Humboldt Schule Remscheid und übernahm die Schulleitung.
Diese Schule schreibt auf ihrer Internetseite über diese Zeit wie folgt:
"Zum Schuljahr 1967/68 bekam die Realschule einen neuen Direktor - Ernst-Albert Becker, der schon von 1952-1959 hier unterrichtete - und einen neuen Direktorstell- vertreter - Paul Flunkert - , der bis 1989 Rektor der Lenneper Realschule war.
Hatten die Vorgänger mit Kriegs- und Nachkriegswirren und allerlei Mängeln zu kämpfen, so traten in der Zeit, in der Ernst-Albert Becker Direktor war, Probleme anderer Art auf.
Die Schülerzahlen stiegen ständig an, seit einigen Jahren gab es wieder Raumnot. In den Klassen saßen noch immer 40 Schüler, es herrschte Lehrermangel. Sport und musischer Unterricht fielen weitgehend aus."

Seinen Lebensabend verbringt er mit seiner Frau, der großen Familie (mit 3 Enkeln) und theologischen Studien soweit die Augen mitmachen.

Auf diesem Wege dürfen wir uns für die Gastfreundschaft im Februar 2005 herzlich bedanken und hoffen auf etliche Wiedersehen z.B. zu Ehemaligentreffen usw.

Dietmar Jendreyzik, Köln

Wie wir im Frühjahr 2010 erfahren haben, ist Herr Becker am 03.08.2008 verstorben. Gerne erinnern wir uns an ihn und wünschen auch ihm, dass er jetzt das sehen darf, was er geglaubt hat.

Ernst-Alber Becker 2/2005

Stand: 01.04.2010

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