Der Meister himself


Brieffreundschaften
als Fremdsprachenunterricht

Brieffreundschaften - weltweit

Das Erfreuliche an Fremdsprachenkenntnissen ist die Befähigung, sich mit wildfremden Menschen, also richtigen Ausländern, verständigen zu können.

Insbesondere dann, wenn man selbst eine exotische Sprache spricht, wird die Kenntnis einer weitverbreiteten Sprache zur Lebensnotwendigkeit. Dabei hat sich die englische Sprache durch vielerlei Umstände als Weltsprache durchgesetzt.

So konnte es den kommen, daß die Schüler der Wilhelm-Fabry-Realschule durch den exzellenten Unterricht in die Lage versetzt wurden, mit Schülerinnen und Schülern aus dem Rest der Welt schriftlich zu verkehren.
Ein Adressenpool in einer kleinen englischsprachigen Broschüre als Unterrichtsmaterial enthielt Anschriften aus der ganzen Welt.

Verlockend waren natürlich Kontakte mit Japan, einem Land j.w.d, dessen Einwohner auf die Nutzung der englischen Sprache angewiesen sind, um sich außerhalb verständlich zu machen.

In Europa wurde die deutsche Sprache mehr und mehr als Zweitsprache verdrängt, nur in wenigen Ländern wurden noch qualifizierter Unterricht angeboten. Dazu gehörte meiner Erinnerung nach Finnland und die Niederlande. So kam es, daß ich in deutscher Sprache mit zwei Finninnen und einem Niederländer korrespondierte und in englischer Sprache mit einer Japanerin.

Schriftliche Unterlagen sind nach 40 Jahren leider nicht mehr vorhanden. Persönliche Kontakte haben sich anschließend auch nicht ergeben, nur Fotos sind verblieben und einige Namen im Gedächtnis. Wie lange dies alles lief, weiß ich nicht mehr, aber wahrscheinlich über das Ende der Schulzeit hinaus.

Ich denke, Themen innerhalb der Briefe waren schulische und private Dinge. Für Politik waren wir zu jung, unser Horizont noch nicht weit genug, aber die Neugier auf Menschen aus anderen Ländern und ihre Lebensumstände ermutigte uns, Zeit und Geld zu investieren, um sie etwas zu stillen.

Ähnliches muß unsere Briefpartner bewogen haben, sich mit Gleichaltrigen aus dem "häßlichen" Deutschland zu schreiben, vielleicht ein wenig "Handaustrecken", denn der Krieg war knapp 16 Jahre vorbei.

Und diesen Zeitgenossinnen darf ich an dieser Stelle eine kleine Erinnungsecke widmen und hoffe, auch von anderen Ehemaligen persönliche Erinnerungen zum Thema Brieffreundschaften in der Schulzeit zu erhalten. Werden heute noch Brieffreundschaften durch die Schule vermittelt ?

Vielleicht ergibt sich durch das Internet und eine Suchmaschine irgendwann die Möglichkeit, Kontakte wieder aufleben zu lassen. Versuchen wir es einfach !

Dietmar Jendreyzik, Köln im Januar 2003

Eila
Kirsti
Stand: 02.05.2003
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