Der Meister himself


Aus der Bierzeitung der 6b 1963 der Wilhelm-Fabry-Realschule Hilden

Die Lehrerportraits aus der Bierzeitung zum Abschluß 1963
Ernst Albert Becker
Klassenlehrer 1960 - 1963
Erich Gill, Klassenlehrer 1957 - 1960
Willy Paegert
Karl-Heinz Herfs
Franz Montag
Julius Boden
Adalbert Heinen
Karl Hermann Kauls
Herrmann Geiss
Rudolph Willhardt
Hans-Günter Eckerth, Kondirektor
Heinrich an Huef, Direktor

Die Lehrer der 6b von 1957 - 1963

Klassenlehrer Herr Ernst Albert Becker      [zurück]

Er hat so seine Mucken,
wir müssen manches schlucken,
und will man etwas sagen,
so fängt er an zu klagen!

Er ist bei uns Lehrer und Wissensvermehrer,
doziert in Geschichte und Deutsch noch dazu,
mit Goethe und Schiller gibt er keine Ruh`.

In der Breslauer Straße hat er sein Quartier,
Garten in Übermaße und allerhand Getier.
Auch Kinder hat er, drei Stück an der Zahl,
auf Sylt waren sie eine wahre Qual !

Gar manchen Bären, den band er uns auf
und ließ seinem Geiste recht freien Lauf,
Eiszapfen in Rußland, die standen im Schnee -
wer soll denn das glauben ? Wir etwa ? - Nee !

Bei schweinischen Büchern läßt er Stellen aus,
er bringt sie meist selbst mit - von zu Haus !
Sein Lieblingsdichter ist der Friedell,
der wäre besser schon lang` in der Höll !

Musik gibt er auch, oh Jammer und Schreck,
zum siebtenmal Freischütz, uns bleibt die Spucke weg !
Er ist energisch und brüllt ab und zu,
uns kann das nicht kratzen, raubt uns nicht die Ruh`.

Doch nichtsdestotrotz, wir haben in gern,
seit Klasse vier war er unser Stern (der Ungeborenen).
Als Klassenlehrer hatte er viel zu tun,
besonders vor Fahrten konnte er kaum ruhn.
Wir möchten im danken an dieser Stell ī .
Wir vergessen ihn bestimmt nicht so schnell.

Klassenlehrer Herr Erich Gill      [zurück]

Mathe, Reli und Musike,
dieses seine Leidenschaften
lehrte er uns manches Jahr,
und war der Stoff auch manchmal miese,
er packte ihn rein, ganz klipp und klar.

Schreiben konnte er wie kein Zweiter,
die Wände wackelten, man siehtīs am Bau,
und kam er so im Stoff auch gar nicht weiter,
für uns war es īne große Schau.

Vorträge hielt er stundenlang,
mal über Ehrlichkeit, mal über Freundschaft,
er meintī es ernst und versuchte lang
uns zu lehren das Leben in Gemeinschaft.

Seitdem er sah īnen Film mit der Brigitte,
hat er den Wahlspruch: In Freiheit dressiert !
Er benutzte ihn gern in unserer Mitte,
doch wir waren selbst davon nicht gerührt.

Ein Fahrrad liebt er über alles,
mit dem er sogar in Holland war,
dort besichtigte er manches
und zeigte es uns auf Bildern gar.

Dieser unser Herr und Meister
regierte uns die drei esten Jahrī.
Oft ärgerten wir ihn,
doch auch dabei blieb er immer heiter,
ob in Hilden oder gar auf Fahrt,
Goofy ist und war ein guter Kamerad !

Herr Willy Paegert      [zurück]

Nein, wie ist der Mann beliebt
bei den Schülern groß und klein,
wo er seine Fächer gibt,
und wie ist er ach so fein.

Drei Jahre kennen wir ihn schon,
diesen guten netten Ton,
mit dem er uns zu lehren pflegte,
und mit dem er niemals hegte
seinen Groll für uns, die Knaben,
die ja öfters etwas haben,

was den Lehrern gar nicht paßt!

Immer fröhlich, immer heiter
lehrt er bei den Knaben weiter,
die so manches gar nicht fassen,
deshalb wird er sie jedoch nicht hassen,
sondern wird sie stetig lehren,
ihren müden Geist bekehren.

So sahīn wir ihn und werden ihn sehīn
für ein ganzes Leben.
und sagen wir auch "Auf Wiedersehn",
den Dank wollen wir ihm geben.

Herr Karl-Heinz Herfs      [zurück]

Herfs, so heißt der gute Mann,
Chemie gibt er so gut er kann,
und Physik noch obendrein.
Warum soll das nicht möglich sein !

Auch hat er ein schönes Auto.
- īnen VW -, was sollīs sonst sein,
warum er noch nicht wie andīre baute ?
Ich kann es mir nicht denken, nein !

Herr Franz Montag      [zurück]

Herr Montag wollīn wir nun belichten,
da gibtīs nur Gutes zu berichten.
Das liegt daran, damit ihrīs wißt,
nicht nur weil er "Nichtraucher" ist.

Sein gut Gemüt, sein froher Sinn,
das liegt im Sportlerherzen drin.
Er ist geschnitzt aus Sportlerholz,
die Trainingshose ist sein Stolz,
und sein VW wird bald zu klein,
vier Kinder passen kaum noch rein.

Geschichte ist oft trist und bieder,
Spielturnen war uns zehnmal lieber.
Doch wie es war, wieīs immer sei,
die Zeiten sind für uns vorbei.
Wir danken für so manchen Kniff,
ein Händedruck, ein Freundschaftspfiff!

Herr Julius Boden      [zurück]

"Voila, hier bin ich,
wer ich bin, ihr wißt es nicht ?
Boden heißīich, Steno gebīich.
Französisch bring ich den Schülern bei,
kapiern sieīs nicht, auch einerlei !

In den Klassen Vier und Fünf ging es noch leidlich,
jetzt amüsiere ich mich weidlich
an den geteilten sechsten Klassen,
die weiterhin Französisch hassen.

Warīs in der fünf der Imperfekt,
sitzt jetzt der Konjunktiv noch nicht so recht.
Und siehe erstmal - la lecture -,
konjugiere man das Verb - finir -,

Präsens, Passe simple und Futur,
in einem fort, die gleich Tour.
Et puis uns petite excursion
á travers la France, bon, bon !

Fehler, Fehler, īn Drama ist es,
kein Gelächter trotz des Witzes,
ich gebīs auf, die lernenīs nie,
ebenso die Stenographie,
die ich in der Fünf so hegte,
mit Diktaten, Kürzeln pflegte !"

Diese Rede stimmt genau,
wir waren, scheintīs nicht gerade schlau,
doch werden wir mit grauem Haar
einst auch noch sagen: "Au revoir!"

Herr Adalbert Heinen      [zurück]

Adalbert Heinen Bei vielen Lehrern hatten wir Unterricht,
auch einer für Zeichnen und Werken fehlte nicht.
Weil dies nicht unsere Lieblingsfächer waren,
spielten wir in den Stunden immer die Narren.

Da wir immer so außer Rand und Band
unterrichtete er manchmal mit geballter Hand.
Aber meistens machte er gute Miene zum bösen Spiel
und brachte uns bei ganz schön viel.



Wo immer man ihn zu sehen bekam,
fingen einige dreckig zu lachen an,
denn statt der gewöhnlichen Kopfestracht,
hat uns seine gepflegte Glatze angelacht.

Immer gab er uns guten Rat,
wofür der Schüler zu danken hat,
dies soll nun hiermit geschehen,
und damit zeigen, daß wir nicht unzufrieden gehn !

Herr Karl Hermann Kauls      [zurück]

Morgens früh um sechs, oh Graus,
kommt er Kauls aus seinem Haus,
steigt in den VW, den Grünen.
und fährt los, man kriegt das Stöhnen.

An der Schule angelangt,
hat erīs Fremdsprachenbüchlein in der Hand,
"Good morning boys", er wird genauer,
uns überläuft ein kalter Schauer,

"Sit down, be quiet", so fängt er an,
"So, nun gebt das Lachen dran."
Die nächste Stunde bringt Francais,
da wirdīs erst schlimm, ojemine,

die Klingel schrillt ,-rrrrrr- töntīs durch die Bank
jetzt geht er raus, oh Gott sei Dank.
Die nächste Stunde Religion,
Herr Kauls spricht wie ein Grammophon,
lehrt uns die Verse der Propheten,
und ihr müßt jeden Tag schön beten.
AMEN !

Herr Hans-Günter Eckerth      [zurück]

Ein Ratsherr an unserer Schule,
ist das keine große Ehr ?
Niemals saß er auf einem Stuhle,
immer rannt er hin und her,

Als SPDist und Kondirektor
ist Herr Eckerth uns bekannt, -
in Deutsch, Geschichte ist er Lektor.
Gar mancher Schüler zu ihm rannt,
wenn er nicht den Direx fand.
Auf Fragen antwortete er stehtīs genau,
war Direktors rechte Hand im Bau

Herr Herrmann Geiß      [zurück]

Herr Geiß war doch ein braver Mann,
ob er uns wohl noch leiden kann ?
Nach all dem Schabernack, den wir da trieben,
kann er uns ja denn noch lieben ?
Kommt nur her und hört euch an,
was ein Lehrer dulden kann.

An jedem Dienstag um Zwei,
dann ging es los zur Schreiberei,
Da saßen wir und nun gingīs los,
aber Nein, was den bloß ?
Herr Geiß saß ruhig und sprach uns an.
Nun ratet mal, was wollt der Mann ?

"Meine Herren", hub er zu reden an
und schaute uns dabei lange an:
"Was soll denn das. Wir schreiben blind !
Das kann doch heute jedes Kind !
Und was ist das ? Wo bleibt die Haltung ?
Und wo ist hier die Blattgestaltung ?"

So ging es weiter, Dienstag um Dienstag !
Schon lang istīs her, seit wir gehabt den letzten Tag,
bei ihm, dem Lehrer an der Schreibmaschinī,
trotz alledem, es war sehr schön !

Herr Rudolph Willhardt      [zurück]

Und nun ein Mann, ihr wißīs genau,
der darf nicht fehlen in dieser Schau,
er war der Star,
das ist doch klar,
ihr wißt nicht wer es war ?

Nun, ich will es euch sagen dann,
es war unser lieber Willimann !
In Englisch lehrte er uns die Verben,
für Erdkunde wolltī er bei uns werben,
Gelang es ihm ? Ich weiß es nicht,
wir sahenīs aus īner andern Sicht.

Zum Englisch kam er immer sehr gefaßt,
ihm allerdings so vieles nicht gepaßt:
"Scheib, setz Dich richtig hin ! ---
"Kann ich mich denn nicht setzen nach meinem Sinn ?" --

"Die Füße gehören nicht auf den Stuhl,
ihr kommt wohl aus dem tiefsten Pfuhl ?
Was sollen die Mätzchen, die Manieren ?"
Ich könntīso weiter noch zitieren,
denn es gab noch einiges:
"Ihr stellt euch aus ein Armutszeugnis !"
Weiter noch: "Päckchen und Proleten!"

Der Lieder lernten wir bei ihm viele,
lassen wir das andere aus dem Spiele.
Arbeiten gabīs ne ganze Masse,
Pfuschen, das war große Klasse,
zensieren schien īne schwache Seite,
gerieten wir doch oft in Streite.

Und nun zur lieben Geograhpie,
das sagt er, wir sagtenīs nie.
Wirtschaft, Verkehr, wir lerntenīs nicht im Nu:
Was sagt denn das das Buch dazu ?

"Nillius, fang mal an,
den ersten Abschnitt, bitte, ran !" --
"Die Griechen kriechen " ----- bumm,
das haut den besten Lehrer um:
"Jetzt tragīich euch ins Klassenbuch!
Ich habīes satt, ich habīgenug!" --

"Zu Dienstag schreibt ihr mal zehn Seiten,
ich werde mit euch Schlitten reiten !
So Stiegler, fahre einmal fort,
wird sind irgendwie am gleichen Ort!"

So war es Stundīum Stundī,
mal schliefen wir, mal war es bunt,
oft hat er sich über uns beschwert,
wir waren oft auch sehr empört,
doch das es war nur halb so schlimm,
man sieht es dran, wir sind nicht hin,
auch er fährt weiter Motorroller
und spielt Geige um so toller !

Direktor Heinrich an Huef      [zurück]

Heinrich an Huef Wer ist der, von dem man spricht ?
Wer hat hier ein Lob verdient ?
Und wessen Arbeit nie erlischt ?
Woher kam er so geschwind ?
Wo nur lernte er als Kind ?

Weit von Hörstchen kam er her,
ach, wie waren wir so leer,
wußten weder ein noch aus,
wie war es denn mit Geist, o Graus ? Nur ein wenig war vorhanden,
machten wir ihm auch zuerst viel Schanden.



Doch das anderorts sich dann,
als er auch bei uns begann,
uns zu zeigen, wer er war,
der verflixten Kinderschar.

Machten wir ihm zuerst viel Sorgen,
und er drohte uns mit Morgen,
wenn es sollte Zeugnis geben,
und wir dann Geschrei erheben,
wenn wir sähen schlechte Noten,
so folgten wir nun den Geboten.

So hat er,
es fiel ihm schwer,
uns zu dem gemacht,
was er sich zuerst gedacht !
Gute Menschen, gute Schüler,
die zum Schlechten sagen : Nie !
Und werden immer dann gewinnen,
wenn sie sich an das besinnen,
was er uns hatte geben wollen !

So bleibt ihm denn der edle Ruf,
unserem Direx, Herrn an Huef !

Stand: 02.05.2003

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